Der Storch bringt´s

Adebar, du goder, bring´mi´n lütje Broder or´n lütje Swester.

Der älteste nachgewiesene Brutplatz der Samtgemeinde
Der älteste nachgewiesene Brutplatz der Samtgemeinde

Warum der Storch zum Kinderbringer wurde ist nicht genau bekannt. Früher wurden viele Kinder im Frühling geboren, so dass die Rückkehr der Störche mit den Kindergeburten zusammenfiel.

 

Zuverlässig fliegen auch in der Samtgemeinde Sachsenhagen die Riesen der Lüfte jedes Jahr zwischen Februar und März wieder in ihre Nester. Das Klappern der Störche dient dabei vor allem der gegenseitigen Begrüßung und hält Feinde vom Nest fern. 

 

Die ältesten nachgewiesenen Storchennester der Samtgemeinde sind von 1802 und 1934 und befinden sich in Auhagen, entlang der Straße "Vor den Toren". Mittlerweile gibt es insgesamt 15 bewohnte Nester und noch einige frei stehende Nisthilfen. Seit 2013 dokumentiert die Nabu Ortsgruppe Sachsenhagen e.V. den Storchennachwuchs.

 

Anfang April bis Mitte Juni ist Brutzeit, die Brutdauer beträgt etwa 32 Tage. Die Gelege bestehen aus zwei bis sieben, meist jedoch nur drei bis vier Eiern. Die anschließende Nestlingszeit beträgt etwa zwei Monate. Im Alter von drei Monaten trennen sich die Jungstörche von ihren Elterntieren. Die Störche bevorzugen die offene Landschaften, Feuchtgrünland, Flussniederungen und -auen, sowie extensiv genutzte Wiesen und Weiden. Zusätzlich finden die Störche Nahrung im Entsorgungszentrum Sachsenhagen. 

 

Die Orte in der Samtgemeinde Sachsenhagen können sich über einen klaren Anstieg an Storchennestern freuen. Als Folge der Witterungsverhältnisse 2018 hat die Samtgemeinde hohe Verluste an Jungtieren verzeichnen müssen.  Fünf von 24 Tieren verstarben während der Aufzucht, das entspricht einem Anteil von über 20%. 

 

Seit die NABU-Gruppe 2013 auch die statistische Betreuung der Storchennester in der Samtgemeinde übernommen hat, sind beachtliche 118 Jungstörche ausgeflogen

.

Bruterfolge der Störche in der Samtgemeinde Sachsenhagen

 

Aus der Tabelle ergibt sich, dass der Durchschnitt der ausgeflogenen Jungstörche seit 2014  immer über dem zur Erhaltung der Art ermittelten Durchschnitt von 1,8 - 2,0 Jungstörchen pro Nest lag. 

 

Trotz der Witterungsverhältnisse im Jahr  2018 und der hohen Verluste der Jungstörche in der Samtgemeinde Sachsenhagen, 

sind durchschnitttlich 2,18 Störche ausgeflogen.


Neues Storchennest auf der Conradi-Mühle

Am 19.02.2019 bekam das Storchenpaar auf der Conradi-Mühle in Sachsenhagen ein neues Nest.

Hartnäckigkeit wird belohnt

Bereits seit 2015 versuchte ein Einzelstorch auf dem begrenzten Raum des Schornsteins in gut 20 m Höhe ein Nest zu errichten. Als 2016 eine Störchin hinzu kam gelang dem jungen Storchenpaar der erste gemeinsame Nestbau. Kaum fertig gestellt wurde das Nest von einem Sturm heruntergeweht. Das Paar blieb jedoch hartnäckig und schaffte es trotz der Widrigkeiten 2017 und 2018 jeweils 2 Junge auszubrüten. So viel Beharrlichkeit sollte nun belohnt werden. Bisher lag das Nest direkt auf dem Schornstein auf, Abgase konnten schlecht abziehen. Der Nistplatz wurde mit einer stabilen Unterkonstruktion gesichert, der zusätzlichen Halt für Äste, Moose und Gräser bietet und Abgase besser abziehen lässt. 

 

Durch die erhebliche finanzielle Unterstützung der Untere Naturschutzbehörde und einer namenhaften Einzelspende des Hauseigentümers konnte das Projekt unter Federführung der NABU-Gruppe Samtgemeinde Sachsenhagen e.V. umgesetzt werden. Wie bei vorangegangenen Aktionen dieser Art war auch dieses Mal ein bewährtes Team am Werk. Geplant und berechnet wurde die neue Nisthilfe durch Spezialisten der NABU-Gruppe. Die Anfertigung erfolgte durch die Fa. Neitz Edelstahlverarbeitung GmbH & Co. KG aus Sachsenhagen. Die Mitarbeiter der Fa. Stelling Holzbau, ebenfalls aus Sachsenhagen, beförderten und verankerten die neue Stahlkonstruktion mit Hilfe eines Krans in luftige Höhe.

 

Damit besitzt die Stadt Sachsenhagen jetzt 8 intakte und bezugsfähige Storchennester von denen eins bisher noch unbewohnt ist. Insgesamt stehen in der Samtgemeinde Sachsenhagen nun 20 Nisthilfen zur Verfügung, von denen 12 feste Bewohner haben.