Bau und Betreuung von Nistkästen

Schleiereulen im Trafohaus

Auch in der Samtgemeinde Sachsenhagen brütet die Schleiereule als Kulturfolger im Siedlungsbereich in Scheunen, Trafohäusern (Bild rechts), auf Dachböden und Kirchtürmen und nutzt diese Plätze auch als Tageseinstand. 

 

Im Trafohaus, des OT Nienbrügge konnten 2019 zwei erfolgreiche Schleiereulenbruten dokumentiert werden. Die erste Brut brachte stolze sieben Küken hervor.

 

Der NABU Samtgemeinde Sachsenhagen e.V. bringt Nistkästen an und betreut diese. In Gesprächen mit Landwirten und der Presse wird um Verständnis für die Lebensraumansprüche der Schleiereulen und anderer Eulen im Siedlungsraum wie Waldkauz und Waldohreule geworben. Die angebrachten Kästen werden, in Abstimmung und Zusammenarbeit mit den Eigentümern, 1-2 mal im Jahr auf Bruterfolge kontrolliert und wenn nötig gesäubert und instand gesetzt.

 

Wenn die Dämmerung hereinbricht lösen sie sich wie dunkle Schatten aus irgendeiner Scheunenecke und machen sich auf die Suche nach Nahrung. Ihr Jagdrevier ist die offene Feldlandschaft, wo Mäuse und andere kleine Säugetiere nun ein paar gefährliche Stunden überstehen müssen.

 

Das kleinste Rascheln kann sie verraten. Denn bei der Fahndung nach schmackhaften Opfern kommt der helle, herzförmige Gesichtsschleier zum Einsatz, dem die nächtlichen Jäger ihren Namen verdanken. Wie ein Trichter sammelt er den Schall und leitet ihn zu den Ohren weiter. Selbst das leiseste Mäusetrippeln können die Vögel so noch wahrnehmen. Trotz ihrer für Eulenverhältnisse recht kleinen Augen können Schleiereulen auch gut sehen. 

 

Die Stimmäußerungen der Schleiereulen sind nachts nicht weit zu hören. Sie bestehen aus krächzenden und kratzigen Geräuschen, die eher an technische Geräusche als an Eulenstimmen erinnern.

Schleiereulennachwuchs, OT Nienbrügge 2019
Schleiereulennachwuchs, OT Nienbrügge 2019

Die Brutzeiten variieren je nach Population und Umweltfaktoren. In Mitteleuropa beginnt die eigentliche Brutzeit schon im März, während die Eiablage im April erfolgt. Es können Zweitbruten stattfinden, auch Drittbruten wurden schon nachgewiesen.

 

Das Nahrungsspektrum der Schleiereulen ist breit gefächert. In Mitteleuropa bildet die Feldmaus den Hauptbestandteil der Nahrung, in begünstigten Vermehrungsjahren sogar bis zu 95%. Weiterhin wird ein recht großer Anteil an Spitzmäusen erbeutet. 

 

Nahrungsspektrum im Jahresdurchschnitt:

  • 48% Wühlmäuse
  • 30% Spitzmäuse  
  • 18% Echte Mäuse   
  • 3%   Kleinvögel   
  • 1%   Amphibien

Vom Erfolg ihrer Jagd hängt auch die Familienplanung ab. In guten Mäusejahren, wie es 2019 der Fall war, sitzen sie bis zu drei Mal pro Saison auf dem Nest. Gibt es jedoch nicht genug Nahrung, beginnen viele Schleiereulen erst gar nicht mit der Brut. Schleiereulen können nur wenig Fett speichern, so dass sie in strengen Wintern sehr hohe Verluste erleiden. In kalten Wintern brechen die Bestände daher immer wieder zusammen. 

In den letzten Jahrzehnten haben die geflügelten Jäger noch mit anderen Problemen zu kämpfen. Die Intensivierung der Landwirtschaft hat ihre Beute dezimiert und Brut- und Ruheplätze fielen Sanierungs- und Umbaumaßnamen zum Opfer. Auch durch den zunehmenden Verkehr entstanden hohe Verluste, viele Eulen kollidierten mit Autos.   

 

Im 1. Lebensjahr liegt die Mortalitätsrate bei ca. 68%, im zweiten Lebensjahr bei 50% und in späteren Jahren bei 48%, somit werden nur sehr wenige Schleiereulen 4 Jahre oder älter.

 

In der Regel wird eine "Nistmulde" mit den Krallen ausgeschabt, die danach mit zerkauten Gewöllen gepolstert wird. Dieses Polster wird vor der Eiablage festgetreten. Das Weibchen legt normalerweise 4-7, oft auch 9-12 und in Ausnahmefällen bis zu 15 weißlich, ovale Eier mit einem Legeabstand von jeweils 2 Tagen in das Nest. Diese werden vom Weibchen ab dem ersten Tag an bebrütet, das Männchen versorgt sie während der gesamten Brutphase mit Nahrung.

 

Nach einer Brutdauer von 30-32 Tagen schlüpfen die Küken. Im Alter von 40-45 Tagen verlassen die Jungeulen das Nest. Nach weiteren 45-50 Tagen proben die Jungeulen die ersten Flugversuche, gleichzeitig setzt die Abwanderung langsam ein.